​FAQ – Hintergrundinformationen

12 Fragen – 12 Antworten

1. Was ist Digitale Vernetzung?

Digitale Vernetzung bezeichnet die durchgehende Verknüpfung der realen Welt mit der digitalen Welt. Dies beinhaltet die digitale Erfassung, Abbildung und/ oder Modellbildung der realen Welt sowie die informationstechnische Vernetzung dieser Informationen und ermöglicht die zeitnahe, (teil-)automatisierte Beobachtung, Auswertung und/ oder Steuerung der realen Welt.

​2. Warum ist Digitale Vernetzung wichtig? Was ist das besondere daran?

Digitale Vernetzung macht die Digitalisierung uneingeschränkt nutzbar. Sie schließt die Lücke zwischen Digitalisierung, d. h. der Produktion von digitalen Abbildern, ihrer Vernetzung und optimierten Anwendung mithilfe von Datenanalyse-Technologien. Digitale Vernetzung macht sowohl die Digitalisierung als auch die Netzwerke deutlich leistungsfähiger: Sie akquiriert und analysiert Daten verteilt im Netzwerk und ermöglicht so die Minimierung der Netzwerklast und optimalen Datenschutz. Digitale Vernetzung sorgt für eine effiziente Auswertung von Daten, die im Zuge der weiteren Digitalisierung entstehen. Die Ergebnisse können für maßgeschneiderte Entscheidungen oder eine effiziente Steuerung von Geräten und Prozessen genutzt werden. Dies kommt zum Beispiel bei neuen Lösungen für die Verkehrssteuerung wie dem kollaborativen Fahren und Car2X-Konzepten, bei der Automatisierung von Produktionsprozessen oder in der Telemedizin zum Tragen.

3. Was ist das Leistungszentrum Digitale Vernetzung?

Das Leistungszentrum Digitale Vernetzung geht aus einer engen Zusammenarbeit der vier Fraunhofer-Institute am Standort Berlin (FOKUS, HHI, IPK und IZM) entlang einer gemeinsamen, umsetzungsorientierten Wertschöpfungskette hervor. Anliegen der Partner ist die Bündelung von Kompetenzen in folgenden Bereichen: Informations- und Kommunikationstechnologien, Datenverarbeitung und -aufbereitung, Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger elektronischer Systeme und deren Produktion sowie Produktion und Mikroelektronik. Es geht insbesondere darum, Synergieeffekte zwischen diesen Bereichen zu nutzen und die gesamte technologische Kette der Digitalen Vernetzung abzudecken. Im Zentrum steht die Entwicklung von Lösungen für konkrete Anwendungsbereiche mittels optimierter Hard- und Software. Das Leistungszentrum versteht sich als Transferzentrum: Das Hauptaugenmerk liegt auf anwendungsorientierter Forschung – der Kernkompetenz von Fraunhofer. In Kooperation mit der Industrie führen die Institute konkrete Anwendungsprojekte durch und überführen so Forschungsergebnisse direkt in Lösungen und Produkte für Unternehmen.

4. Wie ist das Leistungszentrum Digitale Vernetzung aufgebaut?

5. Welches Ziel verfolgt das Leistungszentrum Digitale Vernetzung?

Ziel des Leistungszentrums ist es, die Zusammenarbeit zwischen der Industrie und den Berliner Fraunhofer-Instituten zu stärken, um Berlin als Leuchtturm für Digitale Vernetzung in Deutschland und international zu etablieren und auszubauen.

6. Wer sind die beteiligten Partner im Leistungszentrum?

  • Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS (Sprecher)
  • Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI
  • Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK
  • Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM
  • Industrieunternehmen

​7. Wie können sich Unternehmen am Leistungszentrum beteiligen?

In Form von gemeinsamen Forschungsprojekten mit den beteiligten Fraunhofer-Instituten und durch die Nutzung technologischer Infrastrukturen der Institute. Zurzeit sind acht Forschungsprojekte und vier Transferzentren geplant.

8. Wie wird das Leistungszentrum finanziert?

Das Leistungszentrum Digitale Vernetzung wird mit insgesamt 6,4 Mio. € vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung, und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Hinzu kommt weitere Unterstützung durch die Industrie und die Fraunhofer-Gesellschaft.

9. Wann soll das geplante Leistungszentrum seine Arbeit aufnehmen?

Das Leistungszentrum startet mit einer zweijährigen Pilotphase am 1. Juli 2016.

10. Warum ist Berlin als Standort für das Leistungszentrum wichtig?

Berlin verfügt über eine einzigartige Dichte an Forschungseinrichtungen, High-Tech-Start-Ups und international führenden Unternehmen, die im Bereich Digitale Vernetzung tätig sind. So gibt es z. B. 5.800 Digitalunternehmen in Berlin, 62.400 Erwerbstätige arbeiten in der Digitalbranche, im Jahr 2011 erwirtschaftete die Digitalwirtschaft in Berlin einen Umsatz von 8,9 Mrd. Euro und last but not least sind 15.000 Studierende in IT- und digital bezogenen Studiengängen eingeschrieben (Quelle: Digitale Wirtschaft in Berlin 2013). Dieses Potenzial gilt es zu nutzen, um Berlin zu einem nationalen und internationalen Leuchtturm für Digitale Vernetzung auszubauen.

11. Wo wird das Zentrum inhaltliche Schwerpunkte setzen?

Forschungsschwerpunkt des Leistungszentrums ist die Erarbeitung anwendungsnaher, systemtechnischer Lösungen für die Bereiche »Industrie & Produktion«, »Mobilität & Zukunftsstadt«, »Gesundheit & Medizin« und »kritische Infrastrukturen & Energie«.
LZDV Kooperation deutsch
Fraunhofer FOKUS

12. Welchen Mehrwert bietet das Zentrum für Unternehmen bzw. für den Standort Berlin?

Das Leistungszentrum soll der Wirtschaft, auch den regionalen Unternehmen, helfen, sowohl bei der Realisierung der Chancen einer zunehmenden Digitalisierung als auch beim Management der Risiken bedarfs- und zeitgerecht eine internationale Vorreiterrolle zu erlangen. Da Digitale Vernetzung nur im internationalen Kontext betrachtet und vorangetrieben werden kann, sollen strategische Partner auch außerhalb der Region in das Leistungszentrum eingebunden werden.