Sommertour_BM_ Mueller_LZDV
Personen v.l.n.r.: Michael Müller/ Regierender Bürgermeister von Berlin, Prof. Hauswirth/ Sprecher Leistungszentrum Digitale Vernetzung, Dr. Patrick Müller/ CONTACT Software GmbH, Susanne Nitzsche/ ALBA Group, Carsten Homeyer/ SAP Deutschland SE & Co. KG Fraunhofer FOKUS

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller besucht das Leistungszentrum »Digitale Vernetzung«

Im Rahmen seiner sommerlichen Wissenschaftstour war der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, heute im IoT Lab des Leistungszentrums »Digitale Vernetzung« am Fraunhofer FOKUS zu Gast und informierte sich über die zahlreichen, gemeinsam mit der Berliner Wirtschaft durchgeführten Projekte.

Der Besuch stand im unmittelbaren Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Fraunhofer-Gesellschaft, dass das Leistungszentrum »Digitale Vernetzung« zwei Jahre nach seiner Gründung in die zweite Phase geht. Das Leistungszentrum wird vom Land Berlin, der Fraunhofer Gesellschaft und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis Ende 2020 mit insgesamt sechs Mio. Euro gefördert.

Der Sprecher des Leistungszentrums »Digitale Vernetzung«, Prof. Manfred Hauswirth, gab Michael Müller im IoT Lab einen Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten aus dem Bereich des Industriellen Internets der Dinge: »In unserem Transferzentrum Internet of Things – kurz IoT – befassen wir uns mit Methoden und Technologien zur Vernetzung von Dingen, Geräten, Systemen und Menschen, um so digitale Prozessketten und Geschäftsmodelle zu realisieren. Wir führen dabei auch Interoperabilitäts-, Konformitäts-, Last-, und Sicherheitstests durch und bieten Dienste zur Qualitätssicherung und Vorzertifizierung an. Unsere Expertise ist vielschichtig aufgebaut – Netzwerke, Protokolle, Plattformen und Datenanalysesysteme sind die Eckpfeiler des Internets der Dinge – und wir unterstützen die Wirtschaft in diesen Bereichen mit unserem Know-How.«

Michael Müller betonte bei seiner Visite die Wichtigkeit des Leistungszentrums für Berlin: »Berlin ist die richtige Adresse für zukunftsgewandte Unternehmen. Sie finden hier eine dynamische Forschungslandschaft und die besten Kooperationsmöglichkeiten, um den digitalen Wandel zu gestalten. In diesem Gefüge spielen die Fraunhofer-Institute und das Leistungszentrum Digitale Vernetzung eine ganz besondere Rolle. Zusammen mit dem Einstein Center Digitale Zukunft und dem Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft machen sie Berlin zu einem internationalen Hotspot der Digitalisierung und sind ein gewichtiger Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Stadt.«

Michael Müller interessierte sich vor allem auch für die enge Zusammenarbeit des Leistungszentrums mit der Berliner Wirtschaft und informierte sich bei den Vertretern der beteiligten vier Berliner Fraunhofer-Institute und den eingeladenen Firmenvertretern von ALBA Group, CONTACT Software GmbH und SAP SE & Co KG über ihre bereits bestehenden oder zukünftigen Kooperationen mit dem Leistungszentrum.

Das Leistungszentrum »Digitale Vernetzung« kooperiert seit April 2018 mit seinem Transferzentrum Industrie 4.0 auch mit dem ALBA BluehouseLab. Gemeinsam sollen dabei innovative Smart City-Lösungen entwickelt werden, mit dem Ziel die urbane Infrastruktur zu digitalisieren. Erste Ideen wurden entwickelt, so geht es beispielsweise um Container-Tracking, bei der die Sensorik den Füllstand messen und auch die Materialien im Container erfassen kann.

Vorgestellt wurde die neue Plattform CONTACT Elements for IoT, die die CONTACT Software GmbH gemeinsam mit dem Transferzentrum Industrie 4.0 des Leistungszentrums Digitale Vernetzung entwickelt hat. Diese ermöglicht es, innovative Geschäftsmodelle schneller zu verwirklichen. Durch die besondere Architektur können Unternehmen die Prozesse der Produktentstehung und der Produktnutzung im Sinne des Produktlebenszyklusmanagements bestmöglich verzahnen. Dadurch kann die physikalische und die digitale Welt miteinander verbunden werden. So wird die Werkzeugmaschine als cyber-physisches Produktionssystem für die Überwachung an ihren digitalen Zwilling gekoppelt und ermöglicht beispielsweise eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance).

SAP verwies auf den intensiven Austausch zwischen dem SAP IoT Startup Accelerator und der Fraunhofer Start-A-Factory. Damit werde eine Durchlässigkeit erzeugt, der Wissenstransfer beschleunige und Mehrwert in der digitalen Transformation für Unter-nehmen generiert. Hierbei unterstützt insbesondere auch der vom Fraunhofer IZM im Rahmen des Leistungszentrums »Digitale Vernetzung« entwickelte modulare Sensorbaukasten. Damit kann in realen Testszenarien einfach und ressourcenschonend erprobt werden, welche Potenziale sich aus dem Einsatz von Sensorik ergeben, noch bevor aufwändige Entwicklungsprojekte gestartet werden. Unternehmen können so die zur Digitalisierung geeigneten Teilprozesse ermitteln und viel Zeit und wertvolle Ressourcen sparen.

Dieses sind nur drei von zahlreichen Beispielen an erfolgreichen Kooperationen. »Das Leistungszentrum bietet Unternehmen – vom Start-Up über den Mittelstand bis zum Großkonzern – umfassende Forschungs- und Umsetzungskompetenz aus einer Hand«, sagte Prof. Manfred Hauswirth. In einer Live-Demonstration vom Transferzentrum IoT des Leistungszentrums gab es einen Ausblick auf die Echtzeit-Zustandsüberwachung in industriellen Systemen. Am Beispiel einer Motorsteuerung wurde demonstriert, wie unterschiedliche Datenkommunikationsansätze (OPC-UA und oneM2M) auf Basis eines bereits existierenden Echtzeitkommunikationsstandards (PROFINET RT) funktionieren. In der Demo wurde auch gezeigt, wie das Zusammenspiel von »Cloud Computing«- und »Fog Computing« zukünftig aussehen kann.